Bild1 Lothar Epe

Liebe Oberveischederinnen, liebe Oberveischeder,

liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger auf den „Einhöfen“,

welch ein Kontrast: Draußen erleben wir den Frühling, wie er schöner kaum sein könnte. Und gleichzeitig lähmt uns eine Besorgnis, die noch vor wenigen Wochen keiner von uns gekannt und je für möglich gehalten hätte.

Täglich neue Zahlen über Infizierte, positiv Getestete, Verstorbene. Keine Nachrichtensendung ohne Corona. Kein Tag ohne Horrormeldungen aus Italien oder den USA. Ich weiß nicht, wie es Ihnen damit geht. Ich jedenfalls wünsche mir nichts mehr als die Rückkehr zu „normalen“ Zeiten. Und weiß doch, dass dieser Wunsch auf längere Zeit hin unrealistisch ist. Ein Ende ist nicht absehbar.

Andererseits: Wie froh können wir sein, wie glücklich dürfen wir uns schätzen, in dieser schwierigen Zeit auf dem Lande, im Dorf, zu leben: mit relativ viel Platz und „Luft zum Atmen“, als Familie mit Kindern nicht eingesperrt auf wenigen (teuren) Quadratmetern einer Großstadtwohnung, nah am Wald, mit Wander- und Radwegen vor der Haustür, als Senioren („Risikogruppe“) unter Beobachtung und mit Unterstützung durch hilfsbereite Nachbarn oder durch „Wir für uns e.V.“, aber auch dankbar für die „modernen Medien“, die uns „Videokonferenzen“ mit entfernt lebenden Kindern und Enkelkindern ausprobieren und bestaunen lässt...

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Es geht mir nicht um ein Verharmlosen, um ein Kleinreden der Pandemie. Ich weiß, wie viele von Ihnen Sorge, ja Angst, um ihr wirtschaftliches Überleben haben, wie viele täglich im „direkten Kundenkontakt“ -  tapfer dem Risiko für die eigene Gesundheit trotzend - den „Laden am Laufen halten“, ob als Polizist, Altenpflegerin, Ärztin, Verkäuferin im Lebensmittelmarkt, etc. Man kann diesen Mitmenschen nicht genug danken!

Das sind einige Gedanken, die mich (und Sie alle sicher auch) aktuell beschäftigen. Das sind Gedanken, die die stille Karwoche des Jahres 2020 im wahrsten Sinne des Wortes „belagern“ und prägen.

Doch der Karwoche folgt für uns Christen das Osterfest mit der Erfahrung und Feier der Auferstehung.

Darin liegt Hoffnung.

In diesem Sinne danke ich Ihnen und Euch, liebe Oberveischederinnen und Oberveischeder, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger auf den „Einhöfen“, für Ihre und Eure Unterstützung der Schwachen und Hilfsbedürftigen in unserem Dorf, und für Ihre und Eure Geduld und die notwendige Gelassenheit im schwierigen Alltag.

Ich wünsche Ihnen und Euch allen, den Alleinstehenden, Paaren, Familien, den Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen und alten Menschen in Oberveischede und auf den „Einhöfen“ alles Gute, vor allem Gesundheit, und ein trotz aller Ängste frohes Osterfest!

 

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